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Jahresarbeit:
Information:
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Bauanleitung eines Solarkochers
Solar-Kocher/Backofen ULOG für nichttropische Gebiete
Autor und Erfinder: Ulrich Oehler
Alle Rechte vorbehalten.
Diese Bauanleitung ist erhältlich direkt vom Autor. In der Schweiz einfach Fr. 11,-
auf das Postscheckkonto BASEL 40-18151-8 einzahlen. Aus der BRD EUR 10,- oder Brief mit
Euro-Scheck zusenden, immer mit genauer Angabe was gewünscht wird, dann erfolgt umgehend
Zusendung per Post.
Kontaktadresse:
Ulrich Oehler, Entwicklungsingenieur
Morgartenring 18
CH-4054 Basel
Besonderer Dank geht an Ulrich Oehler für diese Bauanleitung.
Andere Sprachversionen und weitere Informationen finden Sie unter
http://www.ulog.ch.
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Einleitung

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Bauanleitung

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Einleitung
Von Horace-Bénédict de Saussure (1740 - 1799), dessen Bild die 20.
Fr.-Banknote ziert, wird berichtet, daß er auf seine Hochgebirgs-Expeditionen
einen Sonnenofen mitnahm um ohne Brennholz kochen zu können. Erst zweihundert
Jahre später erkennen wir, daß er Sonnenofen einen Weg aus der Energiekrise
weist. Eine Produktion in größeren Stückzahlen begann in den 50er-Jahren
in China, bald gefolgt von Indien. Und 1985 beginnt der Sonnenofen das Brennholzproblem
in den Lagern afghanischer Flüchtlinge in Pakistan zu lösen. In der
Schweiz verfügen 1987 etwa 1200 Haushalte über einen Sonnenofen der,
je nach Region, an 80 bis 180 Tagen im Jahr zum Kochen und Backen benutzt werden
kann, also auch im Winter, wenn die Sonne scheint! Jetzt werden auch die Hilfswerke
aufmerksam und beginnen diesen "sanften Weg" zur Meisterung der Energiekrise
der Armen in den Trockengebieten der Dritten Welt ernst zu nehmen. Dezentrale
Nutzung von Sonnenenergie erzeugt keine Umweltschäden! Aber sie läßt
sich nur mit einem persönlichen Beispiel einführen und verlangt von
den Helfern eine Änderung ihres eigenen Lebensstils.
 |
Sonnenofen für nichttropische Gebiete
Familienmodel in Kofferform |
| |
 |
Model für tropische Gebiete
Model mit Füßen |
Man unterscheidet zwei grundsätzlich verschiedene Prinzipien von Sonnenofen.
Die einen benutzen konzentrierende Spiegel während die andern den sog. Treibhauseffekt
ausnutzen. Die typischen Eigenschaften der beiden werden an anderer Stelle in
diesem Heft einander gegenüber gestellt. Ich baue aus verschiedenen Gründen
keine konzentrierenden Sonnenöfen. Mein Sonnenofen besteht im wesentlichen
aus einer gut isolierten Kiste mit einem Glasdeckel, durch den das Sonnenlicht
fast verlustfrei hineinstrahlt. Wo das Licht auf schwarze Flächen fällt
wird es absorbiert, d.h. in Wärme umgewandelt. Deshalb wird es in der Kiste
warm und die Temperatur erreicht 120 bis 180 Grad. Es handelt sich also um eine
Energie-Falle, denn die Lichtenergie kann ungehindert eindringen, aber die Wärmeenergie
kann wegen der Isolierung nur schwer entweichen. Solche Sonnenöfen können
aus den verschiedensten Materialien und in ganz verschiedenen Größen
und Bauweisen hergestellt werden. Es gibt Sonnenöfen aus Karton, Pappmaché,
Polyester, Sperrholz, Keramik, Lehm, gestampfter Erde, Mauerwerk oder Metall.
Aber alle Konstruktionen müssen die physikalischen Gesetze beachten um zu
funktionieren:
- Je großflächiger die Sonnenöfen gebaut werden, desto besser
ihr Wirkungsgrad Die untere Grenze liegt bei etwa 40x40 cm. Noch kleinere Geräte
haben zu große Abstrahlungsverluste und werden deshalb nicht genügend
heiß.
- Isoliert wird mit Luft. Noch besser wäre freilich Vakuum; das ist aber
technisch zu aufwendig. Wenn die Luft in den Hohlräumen frei zirkulieren
kann, dann transportiert sie die Wärme von der Herdmulde zur Außenwand.
Dies wird verhindert mit sog. Isoliermaterial, z.B. trockenes Heu, Stroh, Mineralwolle,
Glasfasern. Dieses Material soll möglichst viel Luft enthalten, also locker
sein, aber es darf sich auch nach Jahren nicht "setzen", denn dann
würden gerade in den oberen, wärmsten Zonen Luftlöcher entstehen.
Deshalb ist von Isoliermaterial in Flockenform, Granulat oder Stopfwolle abzuraten.
Besser sind sehr leichte Dämm-Matten, die auf Maß zugeschnitten werden
und die Hohlräume ganz ausfüllen aber ein Maximum an Luft enthalten.
Styropor scheidet aus, weil es bei der hohen Temperatur schmelzen würde.
Pflanzliche Isoliermaterialien müssen besonders gut gegen Feuchtigkeit
geschützt werden damit sie nicht schimmeln und verrotten oder von Ungeziefer
und Pilzen zerstört werden. Je stärker die Isolierung, desto besser
der Wirkungsgrad des Sonnenofens. In der Schweiz haben sich 6-8 cm bewährt.
Im Ladakh-Tal werden Sonnenöfen bis zu 20 cm stark mit Stroh isoliert um
auch noch bei minus 30°C kochen zu können.
- Die Glasabdeckung soll möglichst rechtwinklig zu den einfallenden Sonnenstrahlen
stehen. Deshalb werden Geräte für die Tropen (Gebiete zwischen den
beiden Wendekreisen, also in Äquatornähe) mit horizontalen Glasscheiben
abgedeckt. Außerhalb des Tropengürtels bewähren sich Sonnenöfen
mit 20..60° geneigten Glasabdeckungen entsprechend der geographischen Breite
und der Jahreszeit. Der nachfolgend beschriebene Sonnenofen kann verschieden
aufgestellt werden, im Sommer so, daß die Scheiben 30 Grad geneigt sind
und im Winter so, daß sie 60 Grad Neigung haben. Die innere Scheibe kann
während dem Kochen oder Backen bis 200 Grad heiß werden und es kommt
gelegentlich vor, daß sie infolge Wärmespannungen oder Hitzestau
(Berührung mit Kochtopf) springt. Deshalb empfiehlt es sich, dafür
gehärtetes Glas oder eine Teflonfolie zu verwenden. Die äußere
Glasscheibe hat von der inneren einen Abstand von 25 -27 mm. Das so entstehende
Luftkissen wird als Isolierung. Trotzdem wird die äußere Scheibe
bis etwa 80°C warm. Hier sind also die größten Energieverluste
zu erwarten. Es empfiehlt sich deshalb, den Sonnenofen windgeschützt aufzustellen
oder einen trichterförmigen Windschutz rings um den Glasdeckel anzubringen.
Wird dieser innen mit reflektierendem Material beschichtet, dann verstärkt
er den Lichteinfall und steigert die Leistung des Gerätes. Bei extremen
Minustemperaturen kann eine dritte Scheibe und damit eine zweite Isolier-Luftschicht
Vorteile bringen. Da sich Luft bei Erwärmung ausdehnt und bei Abkühlung
zusammenzieht "atmet" das Luftkissen zwischen den Scheiben und deshalb
läßt es sich nicht vermeiden, daß sie sich infolge Kondenswasserbildung
beschlagen. Dies hat aber keinen Einfluß auf den Kochvorgang.
- Alle Flächen unter den Glasscheiben, welche das einfallende Sonnenlicht
nach außen zurückspiegeln könnten, sollen möglichst dunkel
und matt sein. Steile Innenwandflächen der Herdmulde, die das Licht nur
nach innen reflektieren, dürfen blank bleiben. Wenn keine schwarze, hitzebeständige
Farbe für den Herdboden aufzutreiben ist (z.B. in einem Entwicklungsland),
dann kann er auch einfach mit Holzkohlestückchen oder -staub ausgelegt
sein.
- Es ist zu vermeiden, daß Dampf in die Isolierräume dringt, denn er
würde dort kondensieren und das Isoliermaterial anfeuchten. Dadurch würde
die Qualität der Isolation beeinträchtigt und das Material könnte
verrotten. Deshalb muß die Herdmulde aus dampfdichtem Material bestehen
und so geformt werden, daß sie dicht bleibt. Wird die Mulde z.B. aus Karton
gefertigt, dann muß dieser mit Aluminiumfolie (Silberpapier) überzogen
werden. Das Problem kann aber auch so gelöst werden, daß sich der
Kochtopf außerhalb des Luftkollektors befindet oder nur in diesen eingehängt
ist, so daß entstehender Dampf nach außen entweichen kann (sog.
Luftkonvektionskollektor).
- Da die Sonne nicht unter den Topf scheinen kann, empfiehlt es sich, diesen auf
einen Drahtgitter-Rost zu stellen. So kann die heiße Luft unten durch
zirkulieren und den Kochtopf auch von unten erwärmen.
- Meine Sonnenöfen sind möglichst leicht und mit wenig thermischer Masse
gebaut, damit die Sonnenenergie ganz dem Kochgut zufließt und nicht andere
Materialien erwärmen muß. Deshalb empfehlen wir auch möglichst
leichtes und dünnwandiges Koch- und Backgeschirr. Beim Braten und Backen
ist aber ein Wärmespeicher erwünscht. Dazu eignet sich eine dunkle
Steinplatte, auf welcher herrlich Spiegeleier gebraten oder Brötchen und
Kuchen gebacken werden kann. Zum Braten von Fleisch eignet sich eine gußeiserne
Platte oder Schüssel. Beim Backen kann ein tunnelartig geformtes und außen
schwarz gefärbtes Blech für "Oberhitze" sorgen, damit die
Brötchen rascher braun werden.
- Wird ein Sonnenofen aus Mauerwerk, Lehm oder gestampfter Erde freistehend oder
außen an ein Haus ange baut, dann ist eine Ausreichende Isolierung sehr
sorgfältig zu planen und vor allem darauf zu achten, daß sog. Wärmebrücken
vermieden werden.

Sonnenofen, an die besonnte Außenwand eines Hauses angebaut.
Materialliste
|
Pos. |
Anz. |
Name |
Abmessungen |
Material |
|
1 |
2 |
Glasscheibe |
46x46x0,2 |
Fensterglas |
|
2 |
1 |
Herdmulde |
96,3x72, 5x0,03 |
Alublech/Offsetpl. |
|
3 |
8 |
Glashalteleiste |
1x1x45,4 |
Holz |
|
4 |
1 |
Reflektorfolie |
50x50 |
Silberpapier |
|
5 |
- |
Klebstoff |
|
|
|
6 |
1 |
boden |
50x41x0,4 |
Sperrholz |
|
7 |
2 |
Seitenwand |
47,8x36,6x0,4 |
Sperrholz |
|
8 |
1 |
Rückwand |
49,2x36,6x0,4 |
Sperrholz |
|
9 |
1 |
Frontwand |
49,2x13,5x0,4 |
Sperrholz |
|
10 |
1 |
Deckel/Reflektor |
50x50x0,8 |
Sperrholz |
|
11 |
2 |
Fußleiste hinten |
1,5x1,5x38,6 |
Holz |
|
12 |
2 |
Fußleiste vorn |
1,5x1,5x40,8 |
Holz |
|
13 |
2 |
Eckleiste vertikal hinten |
1,5x1,5x35 |
Holz |
|
14 |
2 |
Eckleiste vertikal vorn |
1,5x1,5x11 |
Holz |
|
15 |
2 |
Eckleiste |
1,5x1,5x46,2 |
Holz |
|
16 |
2 |
Eckleiste |
1,5x1,5x37 |
Holz |
|
17 |
1 |
Verstärkung für traggriff |
1,5x1,5x20 |
Holz |
|
18 |
2 |
Scharnier für Deckel/Reflektor |
4x2,5 |
Stahl verzinkt |
|
19 |
2 |
Scharnier für Glasrahmen |
3x8x0,17 |
Stahl verzinkt |
|
20 |
1 |
traggriff |
16,5 |
Stahl vernickelt |
|
21 |
1 |
Deckelstütze |
1x1x40 |
Holz/Ast 1-2 cm Æ |
|
22 |
1 |
Schnur |
Æ 0,2x95 |
Hanf/Polypropylen |
|
23A |
1 |
Schnurspanner |
4,5x1,5x0,4 |
Hartholz |
|
23b |
1 |
Dreiloch-Schnurspanner |
|
Alu |
|
24A |
4 |
Glasrahmen |
5,2x1,8x50 |
Holz |
|
24b |
4 |
Glasrahmen |
5,2x2,8x50 |
Holz |
|
25A |
4 |
Glasdistanzleiste |
2,6x1x45,4 |
Holz |
|
26b |
8 |
LAMELLO-Plättchen No. 10 |
5,5x1,9x0,4 |
Pressholz |
|
27A |
1 |
Rahmen für Herdmulde |
6x2,5x49,2 |
Holz |
|
27b |
1 |
Rahmen für Herdmulde |
6x2,5x49,2 |
Holz |
|
28A |
1 |
Rahmen für Herdmulde |
5x2,5x49,2 |
Holz |
|
28b |
1 |
Rahmen für Herdmulde |
5x2x49,2 |
Holz |
|
29A |
2 |
Rahmen für Herdmulde |
5x2,5x52,2 |
Holz |
|
29b |
2 |
Rahmen für Herdmulde |
5x2x42,2 |
Holz |
|
30 |
3 |
Kistenverschluß |
|
Stahl verzinkt |
|
31 |
1 |
Kloben doppelt gekrümmt |
|
Stahl verzinkt |
|
32 |
2 |
Kloben einfach gekrümmt |
|
Stahl verzinkt |
|
33A |
14 |
Nagel (Drahtstift) |
0,2x5 |
Stahl (davon 2 für Pos. 21) |
|
34A |
24 |
Nagel (Drahtstift) |
0,16x3,5 |
Stahl |
|
35 |
120 |
Agraffe (Krampe) |
15 mm |
Stahl, Nr. 3 |
|
36 |
40 |
Agraffe (Krampe) |
12 mm |
Stahl, Nr. 2 |
|
37 |
6 |
Rundkopf-Niete |
Æ 0,3 x 1,4 |
Alu, f. Pos. 18 + 31 |
|
38 |
4 |
Senkholzschraube |
Æ 0,4 x 2 |
St, für Griff |
|
39 |
16 |
Seknholzschraube |
Æ 0,35 x 2 |
St, für Scharniere |
|
40 |
10 |
Halbrundschraube |
Æ 0,3 x 2 |
St, für Ps. 30 + 32 |
|
41 |
2 |
isoliermatte seitlich |
46x36,5x6 |
} |
|
42 |
1 |
isoliermatte hinten |
36x38x6 |
} Mineralwolle |
|
43 |
1 |
isoliermatte vorne |
12x38x6 |
} ca. 24 kg/m³ |
|
44 |
1 |
isoliermatte unten |
30x38x6 |
} |
|
45 |
4 |
Filzband |
2x0,3x48 |
Haarfilz, weich |
|
46 |
- |
Holzleim |
|
|
|
47 |
- |
Anstrichfarbe, schwarz matt |
hitzebeständig |
ungiftig |
|
48 |
24 |
Senkholzschraube |
Æ 0,3x2,5 |
St. Für Glasleisten |
Bauanleitung
Material nach Materialliste S 7+8 beschaffen und alle Positionen
in ausreichender Menge resp. Nach den angegebenen Maßen (in cm) vorbereiten.
Eine Glasstärke von 2 mm ist ausreichend. Vorsichtige Leute können freilich
auch stärkere Scheiben verwenden, wenn sie das größere Gewicht
und der höhere Preis nicht stört. Ab 3-4 mm Glasstärke gibt es
auch gehärtete Scheiben. Diese gewährleisten höchste Bruchsicherheit.
Und schließlich gibt es auch hitzebeständige Fluorkunstoff-Folien (Teflon),
welche sich für den Kocherbau eignen.
Herdmulde (2) genach nach Zeichnung S 12 aufzeichnen und ausschneiden.
Offsetplatten werden zum Drucken von Zeitungen, Büchern und Plakaten verwendet
und nachher wieder eingeschmolzen. Gebrauchte Platten sind zum Schrottpreis in
Druckereien zu bekommen. Wenn die Größe nicht ausreicht, können
zwei Platten durch Falten solide und dicht verbunden werden wie skizziert:
Die Offsetplatten können mit einer Schere geschnitten oder mit einem Messer
geritzt und dann gebrochen werden. Zum Formen der Mulde lege den Zuschnitt mit
der glänzenden Seite nach oben auf den Tisch. Presse ein gerades, scharfkantiges
Holzstück (z.B. einen Hobel) von höchstens 27 cm Länge so auf das
gezeichnete Rechteck in der Blechmitte, daß eine Seite der Herdmulde entlang
der gestrichelten Linie hochgebogen werden kann. Wenn so alle vier Seiten hochgebogen
sind, forme eine Ecke, indem du die beiden Punkte gegeneinander drückst,
welche eine Ecke des oberen Muldenrahmens bilden sollen. Erst jetzt falte den
dreieckigen "Zipfel" um und drücke ihn an eine Seitenwand der Mulde
wie auf S 12 dargestellt. Nachdem alle vier Ecken so geformt sind, biege die vier
oberen Blechkanten 15 mm breit über eine scharfe Tischkante oder ähnliches.
Den Glasrahmen S 13 kannst du auf zwei Arten herstellen. Die Ausführung A
benötigt keine speziellen Werkzeuge. Jedes der vier Rahmenteile bekommt an
einem Ende einen und am anderen zwei Zapfen. Diese werden mit Säge, Stechbeitel
und Holzraspel hergestellt. Mit je einem Nagel (33A) in jedem der zwölf
Zapfen werden die Leisten rechtwinklig und verwindungsfrei verbunden. - Die Ausführung
B ist leichter herzustellen, benötigt aber eine LAMELLO-Fräse, LAMELLO-Plättchen
und Leim. In den Glasrahmen A sind nun noch die vier Glasdistanzleisten (25A)
einzusetzen. Du nagelst sie mit je zwei Nägeln (34A) so in den zusammengesetzten
Rahmen wie auf S 13 unten ersichtlich. Dabei mußt du darauf achten, daß
unten und oben im Rahmen genau gleich viel Abstand bleibt zur Aufnahme der beiden
Glasscheiben und der Glashalteleisten (1) und (3). Die Nägel sind
zu lang und müssen mit Kneifzange oder Seitenschneider auf 26 mm gekürzt
werden. Die Glasscheiben (1) sind vor dem Einsetzen zu reinigen, vor allem
auf der Innenseite, wo man später nicht mehr dran kommt. Fixiere sie mit
je vier Glashalteleisten (3), die du mit drei Senkholzschrauben
(48) befestigst. So kannst du sie leicht wieder entfernen, wenn eine Scheibe ersetzt
werden muß. Auch der Rahmen für die Herdmulde kann verschieden hergestellt
werden. S 14 zeigt die Bauart ohne LAMELLO. Die zwei Rahmenteile (29A)
nagelst du mit zwölf Nägeln (34A) auf die obere und die untere Rahmenleiste
(27A+28A). Die Nägel kommen unten aus dem Holz heraus und sollen umgebogen
und kräftig zusammengeklopft werden. Achte darauf, daß der so entstehende
Rahmen rechtwinklig ist und auf der Oberseite keine Überzähne aufweist.
- Hast du aber eine LAMELLO-Fräse, dann kannst du den Rahmen nach S 15 herstellen.
Wenn die vier Rahmenleisten genau nach Zeichnung zugeschnitten und die Nuten eingefräst
sind, setze vier LAMELLO-Plättchen (26B) mit etwas Holzleim
(46) ein und presse die Teile so zusammen, daß sie einen rechtwinkligen
Rahmen ohne Überzähne bilden. Nachdem der Leim getrocknet ist, können
allenfalls vorstehende Plättchen abgefeilt werden. Auf die Innenseite des
Deckels (10) klebst du zuerst die Reflektorfolie (4). Diese schneidest
du möglichst ringsum 1-2 cm zu groß, damit du nicht so sehr aufpassen
mußt. Was übersteht, kannst du zuletzt mit einem scharfen Messer abschneiden.
Wenn du selbstklebend beschichtete Aluminiumfolie verwendest, dann beginne an
einer Seite und lege nur zwei cm breit das Schutzpapier um. Nun halte die Folie
mit beiden Händen an den beiden klebrigen Ecken und drücke sie sorgfältig
und in genau richtiger Lage auf das Deckelbrett. Hinterher läßt sich
nichts mehr verschieben! Am besten reibst du nun die Folie mit einem sauberen
Lappen, immer von der Mitte aus nach beiden Seiten und ziehe gleichzeitig das
Schutzpapier allmählich unter der Folie ab. Steht nur unbeschichtetes Silberpapier
zur Verfügung, dann ziehe es mit Klebstoff (5) auf. Jetzt kannst du
die Scharniere (18) auf die Spiegelseite und den doppelt gekrümmten
Kloben (31) auf die Außenseite des Deckels nieten.
Zuerst sind Löcher von 3 mm Æ in den entsprechenden Abständen
zu bohren, dann stecke die Nieten durch das Deckelbrett und lege die Scharniere
resp. den Haken darauf. Mit einer massiven Stahl-Unterlage (z.B. großer
Hammer) läßt sich nun mit einem kleinen Hammer (100 g genügt bereits!)
mit leichten, gezielten Schlägen das weiche Aluminium verformen. Dazu benutzt
man die schmal zulaufende Hammerseite (die Quadratische ist zum Nagel bestimmt).
Nun schraube die beiden Scharniere an den Glasrahmen, so daß der Deckel
sauber abschließt.Bohre sechs Löcher 4 mm Æ durch den Deckel
und 1 cm tief in den Glasrahmen für die Deckeltütze. Bohre ein Loch
von 3 mm oben vorne rechts in den Glasrahmen zur Befestigung der Schnur
(22) sowie zwei Löcher gleicher Größe in den Deckel um die Schnur
durchzuziehen wie auf S 20 oben gezeigt, aber vergiß nicht vorher den Schnurspanner
(23) "einzufädeln".
Die Deckelstütze (21) bekommt beidseitig einen Nagel (33).
Damit das Holz nicht spaltet, mußt du etwas kleiner als Nagelstärke
vorbohren. Dann schlage die Nägel so weit ein, daß sie noch 12 mm vorstehen
und biege sie mit einer Zange etwa 30° ab.
Schneide die beiden Seitenwände (7) nach S 17 zu und befestige die
beiden Eckleisten (16) mit je vier Agraffen (35). Beachte dabei,
daß die linke und die rechte Seitenwand spiegelbildlich sind. Schneide die
Rückwand (8) die Frontwand (9) und den Boden (6) genau
nach Zeichnung zu und nagle die Eckleisten und die Fußleisten sowie die
Verstärkung für den Traggriff mit Agraffen in die vorgeschriebenen Positionen,
indem du die Agraffen immer auf der Sperrholzseite einschlägst. Die Haftung
der Leisten kann verbessert werden, indem du Leim angibst.
Die nach obiger Beschreibung vorbereiteten Sperrholzleisten kannst du mit Agraffen
an den fertigen Rahmen für die Herdmulde befestigen gemäß Zeichnung
S 20 (letzte Umschlagseite). Auch hier ist die Verwendung von Holzleim empfehlenswert.
Bevor das Isoliermaterial eingelegt und der Boden verschlossen wird, mußt
du die Herdmulde einsetzen. Dazu genügen 16 Agraffen (36). Nun stelle
den Kochherd umgekehrt auf den Tisch mit der Bodenöffnung nach oben und schiebe
die nach S 18 zugeschnittenen Isoliermatten ein. Beginne mit den beiden Seitenstücken
(41). Dann schneide die Matte für die Rückwand am oberen Ende schräge
zu, des gleichen das Stück für vorne.
Die Abschnitte verwende zum Verschließen von Luftlöchern. Wenn du den
Boden der Herdmulde versteifen willst, dann lege ein Stück Wellpappe, Trittschallplatte
aus Glasfasern oder Steinwolle oder auch aus Sperrholz von 335 x 275 mm darauf,
bevor du die letzte Isoliermatte(44) einlegst. Dann verschließe die
Kiste mit dem Bodenbrett (6) ohne Leim, damit sie nötigenfalls wieder
geöffnet werden kann.
Damit der Ofen auch einmal wirklich heiß wird, mußt du alle Flächen
schwarz streichen, welche von der Sonne durch den später montierten Glasdeckel
beschienen werden, mit Ausnahme der beiden inneren Seitenwände. Diese dürfen
blank bleiben, weil sie die einfallenden Sonnenstrahlen nicht nach außen
reflektieren sondern nach innen auf den Herdboden und das Kochgeschirr. Ich
verwende einen matten Ofenrohrlack, der sich mit Spiritus verdünnen läßt.
Er ist in flüssigem Zustand giftig aber nach gründlichem Antrocknen
unbedenklich. Bevor du Lebensmittel in deinen Sonnenofen stellst, mußt
du ihn mehrmals aufheizen bis keinerlei Farbgeruch mehr feststellbar ist.
Montiere die vier Filzstreifen auf die Unterseite des Glasrahmens. Schneide sie
so kurz, daß sie etwas in die Länge gezogen werden müssen, um
den Rahmen ganz abzudecken. Gebe etwas Holzleim auf den Rahmen und nagle jeden
Streifen mit vier Agraffen (36) fest. Nun ist auch das Fenster montagebereit.
Lege es auf das Kocher-Unterteil und schraube die Scharniere (19) fest.
Beachte dabei, daß der Filzstreifen fest eingeklemmt sein muß, um
zu dichten.
Montiere einen Kistenverschluß (30) so auf den Glasrahmen, daß
damit der Reflektordeckel fest verschlossen werden kann. Dann montiere die beiden
übrigen Kistenverschlüsse am Ofen-Unterteil entweder vorne seitlich
oder auf die Frontplatte, jedenfalls aber so, daß die Befestigungsschrauben
in den Eckleisten (14) Halt finden. Dann drücke das Glasfenster kräftig
zu und montiere die beiden einfach gekrümmten Kloben (32) so, daß
die Kistenverschlüsse mit Spannung betätigt werden können.
Schließlich schraube noch den Handgriff (20) am oberen Rand der Frontplatte
in der Mitte fest und beachte, daß zwei Schrauben (38) in den Rahmen
(28) und zwei in die Verstärkung (17) greifen.
Jetzt ist dein Sonnenofen fertig. Du kannst ihn noch individuell bemalen und
damit einen gewissen Wetterschutz erreichen. Ein dunkler Anstrich reduziert
auch die Wärmeverluste, Indem die Außenseiten von der Sonne erwärmt
werden. Bei optimaler Aufstellung bei sommerlicher Mittagssonne, wenn die Sonnenstrahlen
etwa rechtwinklig auf die Glasscheiben fallen, kannst du damit etwa 200 Watt
"einfangen". Damit läßt sich aber bedeutend mehr kochen
oder backen als auf einer elektrischen Heizplatte gleicher Leistung, denn im
Sonnenofen müssen nur etwa 20 Liter Luft erwärmt werden. In einer
Küche sind es aber mehrere tausend Liter!
Der Reflektor soll so fixiert werden, daß er möglichst viel Licht
in den Kochraum spiegelt. wenn du jetzt den Kocher so hinstellst, daß
er erst nach einer Stunde optimal beschienen wird, dann kannst du ihn ruhig
2 -3 Stunden sich selbst überlassen. Willst du aber z.B. morgens um 7 Uhr
deine Wohnung verlassen und erst um 12 Uhr mittags zurückkommen, dann kannst
du den Kochtopf mit dem Mittagessen bereits in den Sonnenofen stellen und diesen
so plazieren, daß die Sonne um 11 Uhr optimal hineinscheint. Dann wird
nämlich um 12 Uhr dein Mahl gekocht sein. Weil die Speisen weder anbrennen
noch überkochen, braucht nie gerührt werden und die Töpfe sind
leichter zu reinigen. Du sparst also viel Zeit mit dem Sonnenofen, wenn du dich
an die neue Art zu kochen gewöhnt hast.
Zum Kochen im Sonnenofen wird weniger Wasser verwendet als sonst, weil weniger
verdampfen kann. Suppen und Getränke kocht man als Konzentrat und verdünnt
später vor dem Servieren. So geht das Kochen rascher. Weitere Tips sowie
Rezepte für den Sonnenkoch sind in einem kleinen Büchlein zusammengefaßt,
welches beim Autor zu haben ist.
Wenn du einen größeren Sonnenofen benötigst, dann kannst du
das hier beschriebene Modell einfach breiter machen. Bei dem auf S 4 abgebildeten
Familienmodell sind alle in die Breite gehenden Maße 25 cm verlängert.
So ist das Herdvolumen 60 % größer. Sowohl das Standard-Modell wie
das Famielienmodell und einige weitere Typen sind beim Autor als Bausatz und
auch fertig montiert zu haben. Hier bekommst du auch alles Zubehör wie
Ofenthermometer, schwarzes Koch- und Backgeschirr, Specksteinplatten als Wärmespeicher
und Drahtgitterroste. Und Bauanleitungen gibt es auch in verschiedenen Sprachen;
einfach anfragen!
Wenn du Lebensmittel trocknen willst, um sie einige Monate zu konservieren,
dann brauchst du einen Sonnen-Trockner oder -dörrer. Im Sonnenofen geht
das nicht, denn da wird es viel zu heiß und die Feuchtigkeit wird nicht
abgeführt. Der Trockner arbeitet mit sehr niedrigen Temperaturen und mit
einem großen Luftdurchsatz. Ich habe Solargeräte für diesen
Zweck entwickelt und gebe Bauanleitungen dazu ab. Es sind aber auch Bausätze
und fertige Trockner bei mir zu haben.
Alle meine Solargeräte werden mit Agraffen (Krampen) montiert. Ich habe
sie in vier verschiedenen Längen vorrätig. Natürlich könnte
man statt der Agraffen auch gewöhnliche Nägel verwenden, aber ich
ziehe die praktischen Agraffen bzw. Tucker vor.
Weltweit gibt es viele tausend Sonnenöfen der hier beschriebenen Art.
1987 ist er in über 1200 Schweizer Haushalten zu finden. Auf Wunsch zeigen
wir interessierten Gruppen im In- und Ausland wie die Solargeräte hergestellt
werden. Mittlerweile organisieren auch einige frühere Kursteilnehmer selber
Kocherbaukurse. In den Trockengebieten unserer Erde werden noch viele Millionen
Sonnenöfen und -trockner benötigt und auch bei uns bilden sie eine
wertvolle Ergänzung der traditionellen Küchen. Sie zeigen sehr anschaulich,
daß auch bei uns die Sonnenenergie auf recht einfache Weise genutzt werden
kann, nicht nur in unseren Küchen, sondern ebenso zur Raumheizung und Brauchwasser-Erwärmung.
Damit ließen sich bei uns enorme Energiemengen einsparen!
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Sonnenofen für tropische Gebiete in Schweisskonstruktion |
Baupläne:







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