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Der Bau meines Kochers
Im folgenden Text beschreibe ich die Art und den Verlauf der Herstellung
meines Solarofens. Zu Beginn der Arbeit hatte ich die Baupläne eines
Ofens von Herrn Oehler und der ULOG Gruppe und entschied mich deshalb, so
einen zu fertigen. Als Bauanleitung nahm ich mir das "Große
Ravensberger Bastelbuch", da ich fand, dass es dort recht gut beschrieben
war. Die Anleitung beruhte ebenfalls auf Oehlers Modell. Ich hatte mir
vorgenommen, einen Ofen für gemäßigte Breiten zu benutzen
mit einer Kochkapazität für sechs Personen.
Am Anfang der Sommerferien begann ich mit der Arbeit am Kocher. Hierzu
ging ich in das JIB (Jugend Informations- und Bildungszentrum), um die
offene Werkstatt für den Bau zu benutzen. Die Werkräume konnte
man an zwei Tagen in der Woche für je fast fünf Stunden nutzen
und dies für nur 5 DM. auch das Holz bekam man ziemlich billig und
ich war froh, diese Gelegenheit gefunden zu haben. Ein Klassenkamerad hatte
mir diesen Tipp gegeben, da er dort selber an seiner Zwölfklassarbeit
werkelte.

Bild: Mathias Pappert beim Bau seines Solarofens in der Werkstatt
Aus Sperrholz begann ich mit dem Bau der Beine und der Seitenwände.
Dann befestigte ich sie aneinander, so dass ich dann einen hohlen Kasten
ohne Boden und Deckel hatte, der von vier Beinen gehalten wurde. Ich fertigte
anschließend einen dünnen Boden aus Sperrholz an, den ich aber
noch nicht festnagelte. Dann baute ich einen Herdrahmen, der später,
zusammen mit der Ofenwanne, den Deckel des Kastens bildete. Nun schnitt
ich noch kleine Holzlatten zu, die nachher den Glasrahmen halten sollten
und kümmerte mich um den Deckel, der zusammen mit der Spiegelfolie
die Herdwanne abdeckt und bei Benutzung die Sonne zusätzlich in den
Ofen spiegelt. Dann fertigte ich noch ein paar Kleinigkeiten, wie z.B. den
Haltestab für den Ofendeckel. Ich hatte nun den größten
Teil oder zumindest zeitaufwendigsten Teil gemacht. Danach, ungefähr
am Ende der Ferien, hörte ich erst mal mit den handwerklichen Arbeiten
auf. Ich war bisher nicht so schnell vorangekommen, da ich des öfteren
Fehler gemacht hatte, die ich mir hätte sparen können.

Bild: Alle Holzteile
Es passierte mir z.B., dass ich feststellen musste, nachdem ich jeweils
eine Seitenwand mit einem Bein verbunden hatte und nun durch die Verbindung
der Vorder- und Hinterseiten das Ganze zu einem Kasten zusammensetzen wollte,
dass die Beine bei beiden Wänden auf den gleichen Seiten waren. Dies
war leider nicht das einzige Malheur, das mir geschehen war, und so hatte
ich etwas die Zeit verspielt.
Die Pause zog sich dann ziemlich hin und ich begann erst wieder mit dem
Bau nach meinem Besuch in Basel. Hier hatte ich bei einem zweiten Ofen
die schwierigsten Sachen gelernt, die noch zu erledigen waren. Das war
zum einen die Herdwanne aus Metall und der Glaskasten. Nach meiner Wiederkehr,
in der Mitte der Herbstferien, begann ich gleich wieder zu arbeiten. Ich
wollte versuchen, die Herdwanne, statt aus einer Aluminiumplatte, aus
einer gebrauchten Druckplatte einer Zeitung zu machen, ganz nach dem Schweizer
Vorbild. Ich rief zuerst bei der "Münsterischen Zeitung"
an und fragte am Telefon der Druckerei nach einer solchen Platte. Man
entgegnete mir, dass es verboten sei sie abzugeben, darum probierte ich
es dann bei den "Westfälischen Nachrichten". Im Druckhaus
versagte man sie mir wieder, mit der Begründung, dass sie recycelt
würden und es dafür auch Geld gäbe. Da ich daraufhin keine
Lösung wußte wie ich umsonst an so eine Platte kommen sollte,
versuchte ich es weiter und ließ mich bei der "WN" mit
der Geschäftsleitung verbinden. Dort sprach ich mit einem Herrn,
der mir sehr freundlich entgegenkam und mir am Ende sagte, er habe sogar
eine Platte bei sich in der Redaktion, und ich könnte sie mir am nächsten
Tag abholen. Zu Hause formte ich sie dann mit Hilfe von Lineal und Teppichmesser
zu einer Herdwanne. Dies ist etwas kompliziert und man muss schon geschickt
vorgehen, um sie in die richtige Form zu bringen. Es war für mich
allerdings nicht so schwierig, da ich sie ja schon mal mit Herrn Oehler
zusammen gebaut hatte. Doch machte ich schon wieder einen bösen Fehler:
um die Wanne zu bekommen, muss man bei der geraden Metallplatte die Ränder
hochziehen und dabei mit einem scharfen Holzstück gegen die Kanten
drücken, doch leider setzte ich alles an der falschen Seite an, so
dass die Wanne hinterher falsch herum war, und ich im Innenraum die Druckschrift
der Zeitung lesen konnte. Dies ging natürlich nicht, da die Seitenflächen,
die nicht schwarz angestrichen werden die Sonne weiter spiegeln müssen.

Bild: Druckplatte
So konnte ich das ganze Ding wieder gerade biegen um es anschließend
in die andere Richtung zu formen. Dabei wurden fast alle Ecken unsauber
und alles etwas wellig und ungenau. Dies freute mich natürlich riesig,
da ich vorher schon gesehen hatte, wie ordentlich alles geworden war, nur
halt falsch herum. Bevor ich den Boden und die Rückwand mit matter,
schwarzer Farbe besprühte, damit diese die einfallenden Sonnenstrahlen
absorbieren und in Wärmestrahlung umwandeln, fertigte ich den Glasrahmen
an. Langsam wurde auch die Zeit knapp,und ich wollte mich beeilen fertig
zu werden. Ich besorgte mir Holzlatten aus dem Baumarkt, um sie als Glasrahmen
zu verwenden, da ich diese nicht in der passenden Größe im JIB
bekommen konnte. Dann fertigte ich Glashalteleisten und Glasdistanzleisten
an, welche in den Rahmen kamen und dort die beiden Glasscheiben halten sollten.
Zuerst musste ich allerdings den Rahmen verzapfen: ich sägte am Ende
der Latten in der Mitte an einer Seite einen kleinen Block mit einer Größe
von ca. 2cm³ hinaus und an der anderen Seite zwei Würfel mit den
gleichen Maßen,aber diesmal vom Rand aus. Als ich fertig war, konnte
ich die vier bearbeiteten Holzlatten zu einem rechtwinkligen Viereck zusammenfügen.
als ich fertig war, sah ich, dass mir schon wieder ein bedeutender Fehler
unterlaufen war: ich wollte sofort eine Glasplatte probeweise in den Rahmen
legen und stellte fest, dass sie nicht passte. Zuerst dachte ich mir, es
wäre beim Sägen ein Fehler unterlaufen, doch leuchtete mir bald
ein, dass das Holz im Baumarkt falsch zugeschnitten worden war. Nachdem
ich die ganze Arbeit wiederholt hatte, schraubte ich erst Glashalteleisten
rundherum in der Innenseite des Rahmens und legte darauf eine Scheibe. Darüber
befestigte ich die Glasdistanzleiste, die erst festgeleimt wurde und dann
genagelt. Sie hat eine spezielle Dicke, die ideal für die Wärmedämmung
der Doppelverglasung ist. Es folgte wieder eine Glasscheibe,dann eine Runde
Glashalteleiten. Der ganze Bau des Fensters war recht schwierig, da sehr
genau gearbeitet werden musste, um später keine Luftlöcher zu
haben. Doch kurz vor Ende der Arbeit hatte ich dann alles zusammengefügt
und so meinen eigenen, vollständig selbstgebauten Ofen. Vorher wurde
allerdings noch der Raum zwischen Herdwanne und Ofenboden mit Isoliermaterial
gefüllt. Zuerst wollte ich Steinwolle nehmen, bekam aber dann keine.
Es gab reichlich gut zu besorgende Alternativen: Kokosfasern, Sägespäne,
Erdnusschalen oder Zeitungspapier. Ich entschied mich für letzteres, nahm
mir aber vor, es im nächsten Sommer zum Vergleich noch einmal umzutauschen.
An dem Bau meines zweiten Ofens in Basel sah ich, wie schnell alles geht,
wenn keine Fehler unterlaufen und alle Materialien direkt zu haben sind.
Für ihn benutzten wir als Isolierung Wolle und der Kasten wurde aus
Pappkarton gemacht. Für den Fensterrahmen hatte Herr Oehler vorbereitend
eine Nut in den Glasrahmen gemacht, was mir auch als eine sehr sinnvolle
Methode erschien.
Ich sah bei ihm auch Öfen, die statt einer Glasscheibe Plastikfolie
hatten. Diese waren dann eher für sehr heiße Gegenden geeignet,
in denen man sich einen Wärmeverlust erlauben kann. Der ganze Bau hat
mir Spaß gemacht und ich finde es nur schade, dass ich meine Öfen
nicht ausprobieren konnte, da ich sie zu spät fertiggestellt habe.

Bild: Mathias Pappert beim Bau seines Solarofen

Bild: Mathias Pappert beim Bau seines Solarofen
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