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Verbreitungsmethoden
Obwohl es schon viele Projekte zur Verbreitung von Solaröfen gegeben
hat, die teilweise vom Staat initiiert oder unterstützt wurden durch
Subventionen, kann man von keinem wirklich nennenswertem Erfolg sprechen.
Dies ist in erster Linie auf die unsachgemäßen Verbreitungsmethoden
zurückzuführen. Diese wurden oft nicht richtig durchdacht oder
vorbereitet. In Indien gab es z.B. ein staatliches Projekt in dem mit
Hilfe von Werbung und Subventionen viele Solarkocher vertrieben wurden,
doch wurde der Erfolg einzig an den verkauften Geräten gemessen und
nicht an der Benutzung. Dies ist ein entscheidender Fehler, denn viele
Familien die sich einen Kocher angeschafft haben benutzen ihn dann im
Endeffekt nicht. So kommt es dann schon mal vor, dass er bei einer Familie
unbenutzt im besten Raum des Hauses steht. Er wird dort als Statussymbol
des Fortschritts und der Technik betrachtet so wie er im Indischen Projekt
auch dargestellt wurde. Oft ist es auch so, dass der Ofen mit einem kleinen
Schaden in der Ecke steht und nicht repariert wird, da keiner der Leute
weiß, wie der Ofen funktioniert oder gebaut wurde.
Bei der Verbreitung der Solaröfen sollte man auf jeden Fall auf private
Organisationen zurückgreifen und ihnen gegenüber den staatlichen
Trägern den Vorrang geben, da sie meistens viel mehr bewegen, nicht
zuletzt durch ihr Eigeninteresse.
Im Folgenden erläutere ich die Hauptprinzipen die für ein erfolgreiches
Projekt Voraussetzung sind. Diese bestehen in erster Linie aus drei Punkten:
1. Information
2. Baumethode (oder etwas anderes)
3. Nachbetreuung
Die Information sollte evtl. mit Hilfe der Presse verbreitet werden.
Dies ist allerdings nur am Anfang sinnvoll um ein erstes Interesse zu
wecken. Dann sollte man versuchen, eine Zusammenarbeit mit lokalen Autoritäten
und Organisationen zu betreiben. Sie haben einen direkten Bezug zu den
Menschen und können so für Interesse und Vertrauen sorgen. In
einem großen Projekt könnte man auch mit Hilfe von Schulen
und Ausbildungsstätten arbeiten. Diese könnten den Bau und die
Anwendung der Öfen lehren. Meistens werden auch Kochdemonstrationen
veranstaltet, um den Leuten den Ofen näher zu bringen. Hier können
sie, nachdem sie eine Weile mit den Organisationsmitgliedern diskutiert
haben, eine erste Kostprobe von dem Kocher genießen.
Der nächste Punkt ist die Verbreitunsmethode. Zuerst muss man entscheiden
wie der Ofen gebaut werden soll, ob er im Selbstbau oder kommerziell vertrieben
werden soll. Auf jeden Fall sollte man versuchen den Ofen lokal zu bauen.
Hierfür ist allerdings auch wichtig dass alle Materialien vor Ort
erhältlich sind. Der lokale Bau ist eine bessere Unterstützung
für die Wirtschaft. Wenn man den Ofen im Selbstbau anfertigen möchte
kann man evtl. Bausätze verwenden. Der Selbstbau hat den Vorteil,
dass jeder seinen Ofen an die eigenen Bedürfnisse anpassen kann.
Ein angepaßtes Modell ist sehr wichtig für den Erfolg eines
Projekts, da ein Standartofen oft Nachteile mit sich bringt wie z.B. eine
zu große Kapazität, die dann später zu einer Nichtbenutzung
des Modells führt. Ein weiterer Vorteil des Selbstbaus ist, dass
die Benutzer den Ofen bei späteren Schäden selbst reparieren
können, da sie mit der Funktionsweise des Kochers vertraut sind und
dadurch das Problem erkennen und es beheben können. Auch gibt es
den Leuten eine höhere Motivation den Kocher zu benutzen, wenn sie
ihn selbst hergestellt haben. Als schlecht hat es sich erwiesen, den Kocher
mit Subventionen und Spenden an die Leute zu verschenken, da sie so nur
sehr wenig Wertschätzung für ihn entwickeln konnten.
Sehr wichtig für ein erfolgreiches Projekt ist auch eine langfristige
Nachbetreuung. Dies war das Problem von vielen Aktionen, da die Öfen
oft nach einer kleinen Weile kaputt gingen und nicht repariert wurden.
Die Schäden entstanden meistens durch eine unsachgemäße
Benutzung, da die Leute noch nicht viel Übung mit den Öfen hatten.
Deshalb können einige als erfolgreich zählenden Verbreitungsprojekten
nicht als wirklicher Gewinn angesehen werden.
An diesen drei Punkten sieht man, dass es nichts bringt, den Leuten in
der 3. Welt einfach einen Ofen zu schenken. Es ist eine ausführliche
Vor- und Nachbereitungszeit notwendig, die sich gut ergänzen. Bevor
man sich allerdings eine Region zur Verbreitung aussucht, muss man zuerst
schauen, ob dort überhaupt ein Bedarf an Kochern besteht. Dies trifft
vor allem zu, wenn die Brennstoffversorgung schlecht ist, und der Ofen
den Leuten einen guten Nutzen bringt. Dadurch steigt auch der eigene Wille
der Menschen ihn zu benutzen. Außerdem muss man zuerst auch die
Klimasituation betrachten um den späteren Benutzern eine gute Leistung
zu gewährleisten und sich dann auf ein geeignetes Kochermodell zu
einigen.
Doch hat dieser Kocher auch Nachteile: er kann nur die direkte Sonnenstrahlung
nutzen und verliert bei einem vorbeiziehenden Wolkenfeld schnell an Wärme.
Auch muss er oft nachgeführt werden. Der Preis ist höher als der
der Kochkisten und er ist etwas empfindlich gegen Sandstürme, grobes
putzen oder Speisereste, da diese den Spiegel blind machen können.
Doch sinkt der Wirkungsgrad erst bei recht großen blinden Stellen.
Auch kann man mit ihm nur einen Kochtopf verwenden, er ist groß und
sperrig und bei unsachgemäßer Handhabung besteht Verbrennungs-,
Verletzung- und Blendgefahr.
Von den verschiedenen Solarkocherarten gibt es natürlich noch eine
große Anzahl von Modellen. So gibt es von den solaren Kochkisten weit
über 50 Modelle.
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