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Funktionsweise des Solarkochers
Der Solarkocher funktioniert nach dem Prinzip einer Energiefalle. Die
Sonnenstrahlen passieren die Glasscheiben, werden von dem schwarzen Innenmaterial
absorbiert und gelangen dank der guten Isolierung nicht wieder nach draußen.
Dies ist mit einem in der Sonne parkenden Auto zu vergleichen: im Sommer
kann es in einem Auto schnell mal 70°C werden und dies, obwohl der
Innenraum nicht komplett schwarz ist und das Auto auch keine Doppelverglasung
hat. Die Isolierung ist beim Bau eines Solarkochers sehr wichtig. Zwischen
der Herdwanne und dem Außengestell befindet sich deshalb Isoliermaterial,
welches z.B. aus Mineralwollmatten, Heu, Erdnusschalen, etc. bestehen
kann. Wichtig ist hierbei, dass man kein Styropor verwendet, da dieses
nicht hitzebeständig ist. Die Doppelverglasung ist auch sehr bedeutend,
da bei einer einfachen Glasscheibe viel zu viel Hitze wieder abgegeben
wird. Der Abstand der beiden Scheiben beträgt zwischen 2 und 2,8cm.
Nicht nur die Wärmeisolierung der Außenwände ist wichtig,
natürlich müssen sie auch luftdicht sein. Um dies zu testen,
kann man ein Teelicht in den geschlossenen Ofen stellen, und wenn dieses
nach 10 Minuten nicht erloschen ist, ist der Ofen zu undicht.
Die Wärmeübertragung im Ofen vollzieht sich in drei verschiedenen
Weisen: durch Strahlung, Konvektion und Leitung. Die Strahlung ist das
Sonnenlicht, das direkt auf den Topf scheint und diesen erwärmt.
Die Konvektion ist die Wärmeübertragung über die Luft,
die entsteht, wenn die Sonne die Herdwanne erhitzt, und diese Wärme
an die Luft weitergegeben wird, welche dann wiederum das Kochgut erwärmt.
Die Leitung entsteht durch die Berührung des Topfes mit der Herdwanne.
Wenn man sich an die Erfahrung Ulrich Oehlers hält, benutzt man allerdings
ein kleines Gitter als Unterlage des Topfes, da die Wärmeübertragung
seiner Meinung nach mehr von der Konvektion als der Leitung kommt. Um
ein besseres Kochergebnis zu erzielen ist zu empfehlen, möglichst
dünne Töpfe zu benutzen aus gut leitendem Metall wie z.B. Aluminium.
Die Wärme wird verringert durch verschiedene Kriterien: als erstes
durch die Wärmeleitung der isolierten Wände und der transparenten
Abdeckung, welche durch die Strömung des Windes noch verstärkt
wird. Dann durch thermische Strahlungsverluste an allen warmen Teilen
des Kochers und optische Verluste durch Reflexion und Absorption der Abdeckscheibe.
Auch schlechte Bemalung der Innenwände und des Topfes sorgt für
eine unvollkommene Absorption und Reflexion. Außerdem wird zusätzlich
durch die Bildung von Wasserdampf Wärme entzogen. Die Temperatur
im Ofen steigt nur so lange an, bis sich Energiezufuhr und Wärmeverlust
die Waage halten.
Dadurch, dass der Ofen luftdicht ist, kann er, auch wenn die Sonne mal
hinter einer Wolkenwand verschwindet, das Kochgut warm halten oder weiterkochen
ohne das es zu großen Temperaturverlusten kommt. Auch kann man diese
Phase noch verlängern, indem man einen Wärmespeicher einbaut.
Dieser kann aus Speckstein, Schieferplatten oder Metall sein und ermöglicht
ein Kochen auch nach Sonnenuntergang. Ein kleiner Speicher ist zu empfehlen,
da er z.B. das Backen von Brot und Kuchen erleichtert. Da der Ofen eine
recht große Einstrahlfläche hat, muss man ihn nicht immer der
Sonne nachführen, was einen recht einfachen Kochvorgang bewirkt.
Am besten funktioniert der Ofen, wenn die Fensterscheibe rechtwinklig
zur einfallenden Sonne steht, da dann die meisten Sonnenstrahlen in den
Ofen treffen und am wenigsten an der Glasscheibe reflektieren. Deshalb
gibt es viele Modelle auch in zwei Varianten. Die eine für gemäßigte
Breiten mit einer abgeflachten Einstrahlfläche und die andere für
tropische Gebiete mit einer waagerechten Glasscheibe, da in diesen Gebieten
die Sonne viel steiler steht.

Bild: Der selbstgebaute Solarofen

Bild: Der selbstgebaute Solarofen
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